Wenn zwei ikonische deutsche Marken von Qualität sprechen, ist nicht von Zertifikaten oder Auszeichnungen die Rede. Sie meinen Beständigkeit – jene unsichtbare Disziplin, die erforderlich ist, um an Tausenden von Berührungspunkten Tag für Tag Spitzenleistungen zu erbringen. MEISSEN, mit einer über 315-jährigen ununterbrochenen Tradition in der Herstellung von edlem Porzellan, und die Lufthansa Group, die das 100-jährige Jubiläum von Lufthansa feiert, verbindet mehr als nur eine geschäftliche Beziehung. Sie teilen eine Philosophie: Qualität als Konstante in einer sich wandelnden Welt. Im Gespräch mit Dr. Tillmann Blaschke, CEO von MEISSEN, beleuchten wir, wie zwei Unternehmen eine Partnerschaft geprägt haben, die auf Zuverlässigkeit, Präzision und dem unermüdlichen Streben nach Exzellenz basiert – und warum dies in einer Zeit des raschen Wandels, in der sich beide Marken bewegen, wichtiger ist denn je.
Celebrating Shared Stories: MEISSEN
Ein Gespräch mit Dr. Tillmann Blaschke, CEO der Staatlichen Porzellan-Manufaktur MEISSEN GmbH
Gegründet: 1710
Hauptsitz: Meißen, Sachsen, Deutschland
Produkte: edles Porzellangeschirr, Figuren, Kunstwerke, Schmuck und Accessoires
CEO: Dr. Tillmann Blaschke
Mitarbeiter:innen: 400+
Unsere Partnerschaft: ein gemeinsames Verständnis von Qualität, Zuverlässigkeit und der Exzellenz von „Made in Germany“. Das internationale Geschäft von MEISSEN stützt sich auf das weltweite Streckennetz der Lufthansa Group, um Märkte in Asien, Europa und Amerika zu erreichen.
Website: meissen.comThe link will be opened in a new browser tab
Vertrauen – aufgebaut nach dem Fall der Berliner Mauer
Wenn Dr. Tillmann Blaschke über die Partnerschaft zwischen MEISSEN und der Lufthansa Group nachdenkt, beginnt er nicht mit Logistik oder Verträgen, sondern mit einem Gefühl: „Wenn ich an Lufthansa denke, dann denke ich an Vertrauen.“
Der Name MEISSEN leitet sich von der Stadt Meißen in Sachsen ab. „Unsere Marke war aber nie lokal aufgestellt und schon in frühen Jahren der Unternehmensgeschichte bei russischen Zaren oder im englischen Königshaus beliebt“, erläutert er. Als Herzstück der europäischen Porzellanherstellung hat sich die Marke schnell international ausgerichtet, lange bevor Globalisierung ein Begriff war.
Für MEISSEN markierte das Jahr 1989 einen Wendepunkt in der 315-jährigen Unternehmensgeschichte. Mit dem Fall der Berliner Mauer öffneten sich Grenzen, die jahrzehntelang verschlossen gewesen waren. Plötzlich waren Märkte wie Japan oder die USA gut erreichbar, es entstanden neue Partnerschaften und Chancen. „Lufthansa war dabei sprichwörtlich die Verbindung zwischen unserer Heimat in Sachsen und der Welt“, erklärt Dr. Blaschke.
Dieses Fundament war wichtig für MEISSEN, als die Marke international expandierte. Daraus ist über die Jahrzehnte ein gemeinsames Verständnis entstanden – nicht nur in Bezug auf das Geschäft, sondern auch darüber, was Qualität wirklich bedeutet. Heute erstreckt sich das Netzwerk von MEISSEN über den gesamten Globus, mit besonders engen Verbindungen nach Asien. Zu Japan und China, so beschreibt es Dr. Blaschke, pflegt MEISSEN „eine sehr große Freundschaft“. Es ist diese Gemeinsamkeit, die aus einer geschäftlichen Zusammenarbeit etwas Beständigeres entstehen lässt: eine Partnerschaft zweier Unternehmen, die dieselbe Sprache sprechen – die Sprache der Exzellenz.
Die unsichtbare Struktur der Zuverlässigkeit
Zuverlässigkeit klingt nach einer einfachen Tugend. Dr. Blaschke zufolge ist sie jedoch alles andere als das. Er erinnert sich an eine Reise, die beispielhaft verdeutlicht, welche Bedeutung Lufthansa für die Arbeit von MEISSEN hat. Der CEO befand sich an der Ostküste der USA, als sich kurzfristige Termine in Frankfurt und Tokio ergaben. Angesichts dessen stand eine klare Entscheidung an: entweder die Reise anzutreten oder die Gelegenheit verstreichen zu lassen. Er entschied sich für die Reise. Von der Ostküste nach Frankfurt, dann noch am selben Tag weiter nach Tokio, wo er nur zwei Stunden nach seiner Ankunft als Gastredner auf einer Konferenz einsprang. Die logistischen Herausforderungen waren enorm. Was ihm jedoch in Erinnerung blieb, war nicht die Entfernung, sondern etwas weitaus Wertvolleres – seine Gelassenheit. „Gutes Reisen bedeutet mehr als Komfort. Es bedeutet Ruhe im Kopf.“
Und das ist keine leere Rhetorik. Dr. Blaschke konnte sich während der Reise ausruhen, sich auf Tokio vorbereiten und kam gelassen und konzentriert an. Keine Reibungsverluste, keine Unsicherheiten – nur die Freiheit, sich ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren: seine Arbeit, seinen Gastbeitrag, seine Präsenz. „Genau das hat mich nachhaltig beeindruckt“, erinnert er sich. „Denn es zeigt, dass Reisen im internationalen Geschäft kein Selbstzweck ist. Es ist oft die Grundlage dafür, dass Leistung überhaupt möglich wird.“
Dieser Grundsatz gilt für alle MEISSEN-Mitarbeitenden, die mit einer Fluggesellschaft der Lufthansa Group reisen. Denn: Nicht jeder aus dem Hause MEISSEN ist regelmäßig international unterwegs und flugerfahren. Manch einer muss sogar Flugangst überwinden. Die Maler:innen, die weltweit unterwegs sind, um das außergewöhnliche Kunsthandwerk in anderen Ländern zu demonstrieren, müssen sich wohlfühlen. Sie brauchen Effizienz und einen freien Kopf – keine Ablenkung –, damit sie sich voll und ganz darauf konzentrieren können, MEISSEN mit voller Präsenz und Selbstbewusstsein zu repräsentieren. „Genau darin liegt auch der wirtschaftliche Effekt von Verlässlichkeit“, erklärt Dr. Blaschke. „Weniger Reibung, höhere Effizienz und mehr Fokus auf Wertschöpfung. Und genau das entscheidet im internationalen Geschäft über Qualität und Ergebnis.“
Tradition – neu gedacht
Das kommende Jahrzehnt wird sowohl die Lufthansa Group als auch MEISSEN vor Herausforderungen stellen, die über technologische Innovationen hinausreichen. Effizienz, digitale Transformation und intelligente Datennutzung sind heute selbstverständlich. Die eigentliche Herausforderung liegt woanders.
„Wie bleibt eine Marke lebendig, wenn sich die Erwartungen und Bedürfnisse der Menschen verändern?“, fragt Dr. Blaschke. Genau darin sieht er die Stärke der Lufthansa Group: Die Marke entwickelt sich systematisch weiter – im digitalen Service, im Reiseerlebnis, in der Bordunterhaltung, in der Zusammenarbeit mit einem globalen Netzwerk aus Partnern –, bewahrt dabei aber weiterhin das verlässliche Fundament, auf das die Kund:innen vertrauen. „Relevanz entsteht nicht aus Herkunft“, merkt er an. „Sie entsteht aus Bewegung, aus dem Willen, Dinge jeden Tag besser zu machen als am Vortag.“
MEISSEN ist sich dessen sehr wohl bewusst. Kund:innen entscheiden sich nicht wegen der Vergangenheit für eine Marke, sondern weil sie heute zeitgemäß ist und für sie Relevanz hat. Tradition ist mit anderen Worten keine Garantie – sie ist eine Verantwortung. Sowohl MEISSEN als auch die Lufthansa Group tragen diese Verantwortung bewusst, jeder auf seine Weise. Dr. Blaschkes Vision für das kommende Jahrzehnt ist geprägt von kontinuierlicher Erneuerung und einem unveränderten Streben nach höchster Qualität: ein Gleichgewicht zwischen der Würdigung tief verwurzelter Tradition und der Bereitschaft zu notwendigen Veränderungen. Wobei die kompromisslose Qualität, die beide Marken auszeichnet, konsequent gewahrt bleibt.
Zum Schluss noch zwei Fragen
Herr Dr. Blaschke, MEISSEN ist Europas erste Porzellanmanufaktur und eine der bekanntesten Traditionsmarken Deutschlands. Welche Werte teilt Ihr Unternehmen Ihrer Meinung nach mit der Lufthansa Group?
„Ich entscheide mich für Lufthansa nicht nur aus praktischen Gründen, sondern weil ich denselben Anspruch erkenne, der auch MEISSEN prägt: Exzellenz entsteht nicht punktuell, sondern in der Konsequenz, mit der Leistung jeden Tag neu umgesetzt wird. Bei MEISSEN zieht sich dieser Anspruch durch die gesamte Produktion. Ein einzelner ‚Berlin Mug‘-Henkelbecher durchläuft bis zu 66 Arbeitsschritte, bevor er unsere Manufaktur verlässt. Jeder einzelne Schritt ist entscheidend. Qualität entsteht dabei nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis von Erfahrung, Präzision und dem Anspruch, Maßstäbe zu setzen. Diese Kontinuität spiegelt sich auch in den gekreuzten Schwertern von MEISSEN wider, dem ältesten ununterbrochen genutzten Markenzeichen Europas. Sie stehen seit Jahrhunderten als sichtbares Versprechen für Qualität und Authentizität.“
MEISSEN hat stets den Blick in die Zukunft gerichtet und sich kontinuierlich an den globalen Markt angepasst. Wo stehen wir Ihrer Meinung nach heute, und wohin führt uns dieser Weg?
„Seit der Wende ist MEISSEN diesen Weg konsequent gegangen, hat neue internationale Märkte erschlossen und starke Beziehungen zu Kund:innen, Sammler:innen und Partnern weltweit aufgebaut. Heute liegt unser Fokus auf der sukzessiven Modernisierung und Verjüngung unseres Unternehmens, unserer Produkte und unseres Auftretens. Als gemeinsame Herausforderung werden wir uns beide – treu unserer jeweiligen DNA – im Spagat zwischen großer Tradition und Innovation kontinuierlich weiterentwickeln und uns an die immer schneller werdende Welt anpassen oder uns sogar neu erfinden müssen. Unseren kompromisslosen Qualitätsanspruch sollten wir auf dieser Reise in die Zukunft sorgfältig pflegen.“
Wir danken Dr. Tillmann Blaschke für seine inspirierenden Einblicke, wie sich eine Traditionsmarke in der heutigen Welt erfolgreich positionieren lässt.